Quer durch Europa

 

23.09. Heiliglinde

unsere heutige Tour führt uns zu der im Barockstil erbauten Wallfahrtskirche "Heiliglinde", danach fahren wir über Lötzen und Rhein nach Nikolaiken, dem Venedig der Masuren...


 "Heiliglinde" - die schönste Wallfahrtskirche Ostpreußens liegt im Dorf Swieta Lipka in der Nähe von Rastenburg. Das Dorf ist nicht sehr groß. Die Wallfahrtskirche liegt Mitten im Ort, davor ein Parkplatz, in der Nähe einige Souvenierbuden und kleine Restaurants.



 Links und rechts vom Hoftor (Eingang) stehen 44 steinerne Skulpturen auf den Arkadengängen. Sie symbolisieren die Ahnentafel Christi.


Das wunderschöne schmiedeeiserne Hoftor stammt aus dem 18. Jahrhundert, aus der Werkstatt des Schmieds Johann Schwartz aus Reszel (Rößel). Meisterhaft geschmiedete Pflanzenornamente.

Die Wallfahrtskirche wurde 1687 - 1730 erbaut, nachdem protestantische Bilderstürmer 1524 die einstige Kapelle und die Figur der Maria auf dem Lindenstumpf zerstörten.

Der Neubau richtete sich nach dem Stil des italienischen Barock aus. Baumeister war Georg Ertyl aus Wilna. Das sumpfige Gelände, auf welchem die Kirche errichtet wurde, mußte mit eisenbewehrten Holzpfählen befestigt werden. Ein Teil des Berges hinter der Kapelle wurde abgerissen und der Sumpf damit zugeschüttet. Noch heute ruht die Kirche auf diesen alten Pfählen.

 Die Kirche ist von einem Viereck aus Kreuzgängen umgeben, mit Toren, die auf den Innenhof führen. 

15 Jahre baute man an den Kreuzgängen


Die Kirche ist mit beeindruckenden Bildhauerwerken aus Stein und Holz geschmückt


Legende der Heiliglinde

  • Ein zum Tode Verurteilter soll nach seiner Begnadigung und Entlassung aus der Rastenburger Burg aus Dankbarkeit eine Marienfigur in eine Linde gestellt haben.
  • Kurz danach sprach man von vielem Wunderheilungen.
  • Der Deutsche Orden sah sich veranlasst, in 1320 nahe der Linde eine Kapelle zu errichten.
  • Die Arbeiten an der barocken Klosteranlage begann jedoch 300 Jahr später, in 1686.

In der Kirche

"Gott ist eine starke Familie" 

Man kann das Monumentale und Schöne dieser Kirche nicht mit Worten beschreiben. Man muss dort gewesen sein, ein Orgelkonzert gehört und den kunstvollen Prunk gesehen haben, um empfinden zu können, was Menschen geschaffen haben.

Die Heiliglinde hat den zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden. Inzwischen sind einige Restaurierungsarbeiten erforderlich, denn auch der Zahn der Zeit nagt an vielen Stellen (Toursiten sehen es nicht)

Deckengewölbe

Blick auf die Orgel

zum Spiel der Orgel  bewegen sich die Figuren...

ein Orgelkonzert ist ein Kunstgenuß für Auge und Ohr


kurzes Movie - die Figuren bewegen sich zum Spiel der Orgel.

Lindenbaum - aus Eisen geschmiedet

Hauptaltar mit dem Bild der Gottesmutter

Hauptaltar aus dem Jahre 1714

man sieht es, dass Restaurierungsarbeiten erforderlich sind

3.960 Orgelpfeifen müssen restauriert werden. Die Orgel baute der königlich-preußische Orgelmacher Johann Josua Mosengelaus Königsberg in den Jahren 1719 - 1721

Hauptaltar aus dunklem Holz gefertigt stammt von Christoph Peucker. Blickfang ist das Gemälde der Mutter Gottes. Geschaffen 1640 vom belgischen Maler Bartholomäus Pens.

Hauptaltar: Die Mutter Gottes trägt ein silbernes Kleid, welches aus der Werkstatt des Königsberger goldschmiedes Samuel Gräwe stammt.

 Seitenaltar - reich verziert mit biblischen Darstellungen und  vergoldeten Gottesfiguren



 23.09. Nikolaiken (Mikolajki)

                                           - das Venedig der Masuren


Nikolaiken im Ermland/Masuren liegt 20 km ostsüdöstlich von Sensburg (Mragowo) und 70 km östlich der Stadt Allenstein (Olsztyn) an einem langen Arm des Spirdingsees (Sniardwy). Der Spirdingsee ist der größe See der Masurischen Seenplatte. Heute leben 3826 Einwohner in Nikolaiken.

           Historie um Nikolaiken

  • 1475 bestand Nikolaiken aus 3 Höfen
  • 1818 lebten im Ort 83 Einwohner
  • 1910 zählte man 140 Einwohner
  • 1939 ist der Ort auf 107 Einwohner geschrumpft.
  • Nikolaiken wurde im Zuge der Eindeutschung in "Thomken" umbenannt.
  • nach 1945 fiel Thomken an Polen, viele Neubürger siedelten sich in Mikolajki (polnischer Name) an.
  • in 1999 kam Mikolajki zur neu gebildeten Woiwodschaft Ermland-Masuren.
  • heute gehört Mikolajki zur Landgemeinde Kalinowo.

Mikolaiken am Spirdingsee


Eine Dampferfahrt auf den Nebenarm des Sees ermöglichte uns die Skyline von Nikolaiken zu erleben

  zusätzliche Dampferfahrt  (30,00 Zloty pro Person)

Skyline Nikolaiken 


 Die Dampferfahrt endet hier am Hafen von Nikolaiken. Die Gruppe ist bereits zum Bus gegangen, ich wage noch einen Blick von der Brücke auf den hübschen Ort

Blick von der Brücke auf den Ort Nikolaiken

Anlegestelle für kleinere Schiffe und Ausflugsdampfer

24.09. mit der Keinbanh "Popp"  durch die Landschaft -                         Stakenbootfahrt auf dem Fluss Krutynia


 

Mit der Lycker Kleinbahn  fahren  wir von Elk durch die Masurische Landschaft und genießen ein Picknick unter freiem Himmel 


rechts Straße nach Elk










Bahnhof in Elk

Die Lycker Kleinbahn nennt sich "Popp" und wird heute von einem privaten Verein betrieben.  Von 1868 - 1885 entstand in der ostpreußischen Stadt Lyck ein Eisenbahnknotenunkt, der die umliegenden Ortschaften schienenmäßig verband.  Es ist eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 mm. Heute dienst die  Bahn nur noch touristischen Zwecken. Der Schriftsteller Siegfried Lenz (1926-2014, geb. in Lyck) machte die Kleinbahn literarisch berühmt.

Wir steigen in den offenen Wagen, genießen die Fahrt durch die Masuren und lauschen dem Akkordeonspieler

                                                                                                                       

Ankunft mitten im Wald - der Eisenbahnverein hat einen kleinen warmen Imbiß bereitet und etwas später zum Grillen eingeladen

Bratwurst am Stock...



Während wir unsere Würstchen grillen, wird die Lok umgespannt, denn es geht weiter zum Fluß Krutynia

"Popp" rangiert


24.09. nach dem Picknick fahren wir zum Fluss Krutynia...

Landschaft in den Masuren


Der Fluss Krutynia ist wohl der schönste und idyllischte Fluss der Masuren.  Die Krutynia (deutsch: Kruttinna) ist 105 km lang. 91 km sind befahrbar. Innerhalb von 4 bis 5 Tagen kann man den Fluss "erpaddeln". Der Fluß führt durch abwechslungsreiches Wald- und Wiesengebiet und verbindet viele Seen. Trotz der zahlreichen Touristen ist die Naturidylle erhalten geblieben.



Am schönsten ist eine Fahrt mit dem Stakboot. Die Stakergemeinschaft "Perkun" lässt unsere beiden Boote durch die stille Flußlandschlaft gleiten. Die Stake wird nur zum Steuern eingesetzt.

Wildente wurde durch das herannahende Boot aufgescheucht

Flusslandschaft - wir fahren flußaufwärts bis zum Kruttinnensee und lassen uns mit der Strömung zurückgleiten bis nach Krutyn.

In Krutyn angekommen begrüßen wir ein Brautpaar, welches mit dem Boot zur Gastwirtschaft gefahren wird...das geschmückte Boot ist li. im Bild zu sehen

 

das war unser Ausflug in eine einzigartige Naturlandschaft in den Masuren


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