Quer durch Europa

 

 Fortsetzung der Tagebuchaufzeichnungen: Marienburg, Kolberg, Stolp


 25. Mai: Die Marienburg


Nach dem Frühstück "steuern" wir unser nächstes Ziel an: Die Marienburg in Malbork, einer kleinen Stadt, 60 km südöstlich von Danzig.

Die Marienburg, an der Nogat gelegen, ist der größte Monumentalbau des Deutschen Ordens. Die Burg ist rund 800 m lang und 220 m breit.

Die Burganlage ist dreigeteilt:

Hochschloß - Klosterfestung für die Ritter

Mittelschloss - Residenz des Hochmeisters

Vorschloss - Wirtschaftshof (heute Hotel)

Durch tiefe umlaufende Gräben war die Burganlage zusätzlich geschützt.

Blick auf die Burg am Fluß Nogat

Blick auf die Burg (aus dem fahrenden Bus fotografiert)

Wohnhäuser hinter dem Gelände der Burganlage

An der Burg wird immer noch gearbeitet... Wir fahren zum Parkplatz



Burgbesichtigung

Die Marienburg, eine mittelalterliche Ordensburg des Deutschen Ordens wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Baubeginn nördlicher Flügel um 1274. 1382 Baubeginn des Palastes des Hochmeisters.

1309 - 1454  Sitz der Hochmeister des Ordens im Deutschordensstaat.

1457 - 1772 gehörte die Burg zu Polnisch-Preußen, war Residenzort polnischer Könige. Auch die Schweden haben die Burg zweitweise kontrolliert. Nach der Teilung Polen 1772 wurde die Burg dem Königreich Preußen zugeordnet und nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Burg zu Polen. 1817 wurde mit der Restaurierung der Burg begonnen. 1945 erklären die Nazis die Burg zur Festung. Bei der Einnahme durch die Rote Armee wird die Burg zu 50% zerstört. 1961 begann Polen mit dem Wiederaufbau der Burg.

Kurzvideo ohne Ton

Blick auf das Hochschloß mit Turm von Osten und Außenbefestigung-anlagen

Die 8 m hohe Marienstatute, die Ordenspatronin, wurde 1945 zerstört. Sie war mit über 300.000 Glassteinen verziert. 2014 begannen  polnische Restauratoren mit den Restaurierungsarbeiten. 60% der Glassteine konnten aus den Trümmern geborgen werden.

über die kleine Brücke füht der Weg zur inneren Burg

 viele Touristen und Schülergruppen erkunden die Burg

Der polnische Touristenfüher (an der Tafel) erzählt in bewegenden Worten über die Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges - Angesichts dieses Bildes kann man sich nicht vorstellen, dass dieses einzigartige Bauwerk von Menschenhand wieder aufgebaut wurde. Polnische Restauratoren begannen 1961 mit dem Wiederaufbau. Heute steht die Marienburg auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO

 Tor zur Burg - doppelt gesichert

Im Innenbereich

Fassade

rechts ein Touristenshop

.


In der Marienkirche der Marienburg

Die Marienkirche mit Altar - Blick nach Osten



restaurierte Kanzel in der Marienkirche (Blick nach Westen)


"Die Kirche ist von außen vollkommen restauriert. Die innere Restaurierung wurde etappenweise vorgenommen, jedoch wird sie nicht vollständig sein. Durch die Kriegsbeschädigungen wurden Details der Baustruktur, sowie die originalen Ausmalungen freigelegt bzw. sichtbar. Diese Flächen bleiben deshalb zumindest vorläufig unrestauriert. Die Schäden sollen so sichtbar bleiben." (Quelle: Internet/Wikipedia)

Großer Remter (Speisesaal) im Mittelschloss ist 30 m lang. Das Sterngewölbe wird von 3 großen Granitsäulen getgragen

 Hochmeisterpalast (siehe auch Bild darunter)

Die Räume in der Marienburg waren mit einer Fußbodenheizung aus-gestattet. Die Heizungsanlage gilt auch aus heutiger Sicht als fortschrittlich. Warme Luft strömte durch die geöffneten Deckel nach oben und erwärmte die Räume auf 22 °C. 

Die Marienburg war Sitz hoher polnischer Ämter - Landräte und Schatzmeister. Im Hochmeisterpalast residierten die polnischen Könige, wenn sie sich in Pommern aufhielten (siehe Bild)

.

Küche im Hochschloss


Heizung

das stille Örtchen

Dämonen-Figur mit Teufelshörnern

Figur (Holzschnitzerei)

Relief

St.Margaret (Holzschnitzerei um 1500)


Das Hochschloss

Übergang über eine Holzbrücke zu einem anderen Teil der Burg

das Hochschloss - Klosterfestung für die Ritter

Innenhof des Hochschlosses

man bereitet ein Fest vor mit "Spinnennetz"-Dekoration

Statuen der Deutschordens-Hochmeister auf der Marienburg: v. l. Salza, Feuchtwangen, Kniprode und Albrecht (der zweiten Figur wurde der re. Arm mit Schwert abgeschlagen (Vandalismus)

Das Ausmaß der Burganlage (hier Hochschlosses) ist im Foto nicht festzuhalten

Palast des Hochmeisters

Außenring der Burganlage

Am Ausgang steht ein Holzpferd

Ende des Rundgangs 

 

  zurück zum Hotel...

 




...vorbei an blühenden Rapsfeldern und Baustellen. In Polen wird sehr viel gebaut - Brücken, Autobahnen, Straßen, Geschäfts- und Wohnhäuser...

blaues Haus an einer Baustelle



26. Mai: Kolberg und Stolp

bevor wir die Rückfahrt nach Falkensee antreten, statten wir Kolberg und Stolp einen Besuch ab.

Kolberg oder Kolobrzeg ist eine Hafenstadt in der Wojewodschaft Westpommern. Kolberg ist ein bekanntes Sol- und Kurbad an der Ostsee. Die Stadt mit 46.700 Einwohnern lebt vor allem vom Tourismus und von der Hafen- und Fischwirtschaft. 1255 erhielt die Siedlung Stadtrecht. Vom 9. Jahrhundert an wurden die Salzquellen ausgebeutet. Heute erinnert nur noch ein Brunnen (eingefaßte Solequelle) auf der Salzinsel an die vergangene Zeit.


Die Touristen werden zunächst auf die Strandpromenade "gelenkt": Shoppen oder mit einem Traditionsschiff auf der Ostsee schippern...







zur Ausfahrt bereit

Souvenier-Buden überall...

am Hafen

Blick auf die Mole

Der Leuchtturm befindet sich auf den Resten eines alten Forts zur Verteidivgung des Kolberger Hafens


  Vom Burgwall aus konnte ich auf das Shopping-Geschehen schauen und den Leuchtturm in Augenschein zu nehmen...

--------------------------------------------------

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Leuchtturm als erstes Gebäude neu erbaut und ist heute das Wahrzeichen der Stadt Kolberg.



Leuchtturm mit Bastion

Inschrift: "Den Helden, die im Kampf gegen die Nazi-Invasoren für die Freiheit und Unabhängigkeit fielen"

 


 


Kolberg entwickelte sich bis 1933 zu einem der größten deutschen Ostseebäder, denn Kolberg war nicht nur Seebad, sondern auch Moor- und Solebad. Die meisten Besucher kamen und kommen aus Berlin und dem östlichen Deutschland. Heute besuchen auch viele Gäste aus den skandinavischen Ländern den Kurort.

Seebrücke in Kolberg: 1881 wurde die erste Seebrücke gebaut - aus Holz. Umwelteinflüsse zerstörten die Holzbrücke. 1973 baute man eine Betonbrücke mit 220 m Länge. 2015 wurde die Seebrücke nach einer vollständigen Sanierung wiedereröffnet

leider blieb mir keine Zeit, zur Seebrücke zu laufen

Wasser ist immer wieder faszinierend

ein einziges Schiff am weiten Horizont

Kurzvideo


Stadtpark oberhalb des Strandes

Denkmal "Vermählung Polen mit dem Meer" (1920 erhielt Polen einen Zugang zur Ostsee)

Der Möwe schmeckt das Schokoladeneis -  Gäste haben die Eiswaffel hingelegt, die Möwe schnappt blitzartig zu und verschwindet damit  (klick ein Bild an)

 

Kurzer Aufenthalt in Stolp/Slupsk

Stolp liegt in Hinterpommern am Ufer der Stolpe, 18 km von der Ostseeküste und 110 km von Danzig entfernt.

zwischen Danzig und Stolp

Stolp wurde 1013 erstmals ukundlich erwähnt. Auch Stolp hat wie viele Orte in Pommern eine sehr wechselvolle Geschichte: 1121 polnische Herrschaft, 1181 deutscher Einfluss, 1186-1227 dänischer Einfluss. 1395 und 1477 brannte die Stadt bis auf das Rathaus aus.Bis zum Zweiten Weltkrieg war Stolp Garnisionsstandort. Seit 1998 gehört Stolp zur Wojewodschaft Pommern und ist heute ein industrielles Zentrum der Region mit 48.000 Einwohner.

Rathaus in Stolp





Ein kurzer Blick in den Eingangsbereich des Rathauses




am Rathausplatz

Geschäftsstraße

Das waren die letzten fotografischen Eindrücke meiner Kurzreise im Mai 2017 an die Polnische Ostsee nach Danzig-Sopot-Gdynia-Marienburg-Kolberg-Stolp.  

Hier endet das Tagebuch... 

 

 nächste Seite: Nordirdland